Zahnlose Haie: Drei-Jahres-Plan vor dem Scheitern
Das Logo des Eishockey-Clubs Kölner Haie auf dem Trikot eines Spielers.
Als Tabellenletzter der DEL sind die Haie nicht einmal mehr ein Schatten früherer Tage - auch die Trennung von Chefcoach und Manager Bill Stewart brachte nichts. Nach einem Drittel der Hauptrunde sind die Fakten ernüchternd: 19 Spiele, 13 Niederlagen, sieben von neun Heimspielen verloren, gegen den EHC gar nach einer 4:0-Führung. Köln bleibt während der Liga- Pause ganz unten und mit 7500 Zuschauern wieder deutlich unter dem erhofften Schnitt von 10 000 Fans. «Wir müssen uns generell hinterfragen, wie unser sportliches Konzept für die Zukunft aussehen soll», sagte Geschäftsführer Thomas Eichin der Nachrichtenagentur dpa.
Vor der Saison war der Drei-Jahres-Plan noch hübsch auf einem Flipchart aufgezeichnet. Stewart, zum ersten Mal Coach und Manager in Personalunion, erklärte im August mit bunten Linien und großen Worten, wie die Kölner Eishockey-Welt wieder in Ordnung kommt. Das Ziel: Platz sechs in dieser Saison, Titelchancen ab 2013. Ein Baustein: Die Neuzugänge Ross Lupaschuk, Johan Akerman und Adam Dennis, die Stewart mit 14 weiteren Spielern nach Köln holte. Lupaschuk und Torwart Dennis mussten noch unter «Kill Bill» gehen, der 37-jährige Verteidiger Akerman gilt als zu alt und langsam.
«Bill Stewart ist nicht als Trainer gescheitert. Er ist gescheitert, weil er ein paar Personalentscheidungen nicht richtig getroffen hat», sagte Eichin. In die gleiche Richtung kommentierte Jan Bröer, einer der zu Saisonbeginn eingestiegenen Haie-Gesellschafter, die Trennung: «Es ist kein Fehler, einer Person beide Aufgaben zu übertragen. Es war nur ein Fehler, sie Bill Stewart zu geben.» Nach der Niederlage gegen Krefeld (5:6) musste der Kanadier gehen, der einst mit Adler Mannheim Meister war.
«Wir haben mit aller Macht versucht, kurzfristig wieder sportlichen Erfolg zu bekommen», versuchte Eichin den Zwei-Jahres- Vertrag für Stewart zu rechtfertigen. Den Fehler, etwas zu erzwingen, will er nicht noch einmal machen. «Bis wir unsere Ziele erreichen, kann es jetzt auch das ein oder andere halbe Jahr länger dauern. Diese Zeit müssen wir uns nehmen.»
Auch Bröer unterstrich: «Wir wollen nicht wieder einen Schnellschuss machen, der nächste Schritt wird wohlüberlegt sein.» Ein neuer Trainer kommt dabei nicht unbedingt. «In den kommenden zwei Wochen werden wir uns erklären. Das heißt aber nicht zwangsläufig, dass es eine Personalveränderung geben wird», sagte Eichin der dpa. Mit Stewarts Co-Trainer Niklas Sundblad, der gegen München die Verantwortung trug, planen die Verantwortlichen langfristig. «Mit seiner Arbeit sind wir sehr zufrieden. Wie das Personalgefüge aussieht, ist aber noch offen», sagte Bröer.
